Das Grundkonzept

Kinder brauchen Natur. Kinder sind Natur. Wir alle sind Natur. Der Verlust der Beziehung zur Natur bedeutet in gewisser Weise den Verlust der eigenen Wurzeln. Kinder brauchen Wurzeln um fest im Leben zu stehen, um selbstsichere, sozial kompetente Menschen zu werden und so ihren Platz in der Welt zu finden.

„Stellen wir uns vor, wir müssten einige Kilometer über eine schnurgerade, ebene, hindernisfreie Betonbahn gehen. Am Ende der Strecke werden wir ermattet sein. Wie anders wird es uns bei einer Wanderung durch einen Wald ergehen! Da sind verschlungene Pfade. Es geht über Stock und Stein. Wurzeln, Moos, dichtes Gebüsch, Rinnsale. Das Licht ist dämmrig. Du musst ganz Auge, ganz Ohr sein. Ganz Nase. Es duftet nach Waldkräutern und Waldboden. Seltsame Geräusche von überall her. Vogelstimmen. Am Ende des Weges sind wir erfrischt, fast wie neugeboren. Was war geschehen?
Im Walde war ich mit Körper, Seele und allen Sinnen voll beansprucht, überall kleine, mit Hindernissen verbundene Wagnisse. Auf der risikolosen Betonbahn forderte mich nichts heraus. Ich hatte nichts zu bestehen. Ich war sozusagen überflüssig. Das ist es, was uns kaputt macht: Wo kein Wagnis, da kein Gewinn, wo kein Spiel, da kein Leben.“
(Hugo Kükelhaus)

Der Naturraum

Was zeichnet den Naturraum, gegenüber anderen Räumen, aus? Er ist autonom strukturiert, er ist im Fluss. Es gibt hier kein Raumelement, das nicht einer stetigen Veränderung ausgesetzt ist. Dieser Umstand macht den Aufenthalt in der Natur so spannend und einmalig.

Der Wald lädt uns zum Entdecken, Forschen, Spielen, Träumen,…. ein.

Er spricht alle Sinne auf besondere, natürliche Weise an, ohne uns mit Reizen zu überfluten! Sinne, die im Alltag vieler Kinder vernachlässigt werden und zu verkümmern drohen. In vielerlei Hinsicht ist der Wald ein besonderer Ort und wirkt schon von ganz alleine auf das Wesen der Kinder.

Der Wald spricht für sich!

Unsere Methode

Grundsätzlich gilt für uns in der Natur…
„Der Weg ist das Ziel!“

Wir wollen den Kindern Zeiträume öffnen, um die Angebote des Waldes annehmen zu können. Wir wollen da sein um ihre Fragen zu hören.

Angebot

In der Regel findet in der Waldkindergruppe „freies, selbstbestimmtes Spiel“ statt.

Entscheidungen über:
– Zeit
– Wahl des Ortes
– Auswahl der Materialien
– Teilnahme oder Nichtteilnahme am offenen Angebot
– Alleinspiel oder Gemeinschaftsspiel
… werden von jedem Kind selbst getroffen.

Wir wollen den Kindern ermöglichen, mit der Natur in Kontakt zu treten, sich in die Natur einzufühlen, sich eins mit der Natur zu fühlen. Der Wald bietet sich dafür (wie auch andere Naturräume) in besonderer Weise an.

Die Auswahl an Methoden für angeleitete Aktionen ist mannigfaltig und ergibt sich ganz aus der jeweiligen Situation. In der Waldkindergruppe wird hauptsächlich mit Naturmaterialien (ausschließlich durch Prozesse in der Natur veränderte Materialien) „gearbeitet“. Das setzt kreative Kräfte und Fantasie frei. Vorgefertigten Schablonen lehnen wir aus kreativen und ästhetischen Gründen ab.

Zur Ausstattung der Waldkindergruppe gehören aber auch Kulturgüter wie Bücher, Lupen, Schnitzwerkzeug, Holz usw. Es können verschiedenste Spiele, Basteleien, Beobachtungsübungen, etc. angeboten werden (je nach Jahres/Tageszeit, Wetter, Gruppendynamik, etc.).